Meine lieben Freunde,
ich möchte und muss Euch von der letzten Nacht berichten.
Vom Abend. Erfüllt mit Gnaden, mit Geschehnissen, die so schön
und romantisch sind, dass man sie im Kino, im Märchen, auf Bildern
sicher als völlig überzeichnet und kitschig abtun würde.
Als vollkommen unreal.
Doch sie waren echt und Novalis hat recht.
Die Hl.Messe war sehr schön, andachtsstiftend, tief.
Kurz vor Beginn las ich "zufällig" im Direktorium
dass es ein Hochfest ist, Gloria, Credo, Halleluja Ruf, eigene Präf., feierl.Schlusss.,
Weiß, also Alles. Doch ich hatte nur einen Werktag vorbereitet.
Wir arbeiteten nochmals alles durch. Neue Lieder, neues Halleluja.
Und es klappte sogar, gottlob, St.Cäcilia sei Lob und den Anderen.
"Du bist o Herr das Lebensbrot", sang ich wärend der Kommunion,
weil ich es mit dem Variieren noch nicht so drauf habe
und das Orgelspiel doch etwas länger andauern sollte.
Bei Orgamaten legt man sicher nur eine neue CD nach.
Aber ich möchte niemals ein Orgamat werden, kein Orgeltipper,
und kein Gläubiger Mackkenzees. Aber diese Platte kennt Ihr sicher bereits.
Später fuhr ich zum Zug. Wollte nach K-Town.
Plötzlich hielt am BHF Germersheim die Bahn und der Schaffner
teilte uns die "Horrornachricht" mit: da ein anderer Zug noch im Gleis
steht, ist hier Endstation und es fährt zur Nacht kein Zug mehr nach K-Town.
Ich spürte dass es nach Fügung riecht. Doch dieses Wort "Fügung".
Zugegebenermaßen bin ich es leid. Es ist mir zu schwach, zu lasch.
Eigentlich fühle und denke ich ein anderes Wort, welches alleine nur
dieser erbärmliche, unselige Schicklgruber besudelt hatte. Davor und danach
war es eigentlich immer koscher. Bis zum heutigen Tage.
In frommen Kreisen nach wie vor. Es gibt sogar danach benannte Ordensschwestern.
Die göttliche Vorsehung.
[Ja. Ich spüre es schon. Es wird mir wohl ergehen wie meinem großen Ex-Vorbild,
mit den schlohweissen Haaren und einem Faibel für Brüsseler Spitze.
Erzähle ich von Saumagen brechen die Strafgerichte der Veganer über mich herein.
Von der göttl. Vorsehung, die Urteile derer die einen
Tun-Ergehen Zusammenhang fürchten. Aber letztlich. Darf ich keine Katzen weihen.
Weil ich doch nur _affe werden wollte. Und nun Harz IV Assi bin.]
Man wies mir den Weg in die Ortsmitte Germersheims. Es ist in der Nacht fast wie ein Dorf. "Können sie mir auch sagen, wie ich nach Speyer finde ?"
"Waaaas ? Das ist total weit und dunkel !"
Ja. Aber es ist sehr mild.
20 Euro hätte mir die Frau geschenkt, damit ich ins Hotel gehe.
Sie ist zufällig mit jenem bekannt der mich in Speyer akt. ablehnt.
Ja. Wieder nur "Zufall". Oder ?
Ich suchte selber den Weg Richtung Speyer.
Die Nacht war wundervoll warm, unbeschreiblich mild.
B 9 ist für Fahrräder nicht geeignet und
meine Brüder wollte ich nicht fragen. *Schluck*
Nein. Bei Gott nein.
So fuhr ich über die Landstraße Richtung SP.
Am Tankhof hielt ich inne.
20 € schenkte man mir schonmal am Abend
und ich hatte mittlerweile Hunger, Durst.
Currywurst und Malzbier.
He. Nicholas. Hörst Du ?
Es schmeckte köstlich.
"Bubenbier" sagte ich als Kind immer dazu.
In Schwangerschaft und Rekonvaleszenz,
steht im Arztbuch meiner Oma:
soll man es trinken.
Schwanger bin ich nicht,
doch rekonvaleszent ?
Hm. Dies überlasse ich Eurem klugen Urteil.
Fernfahrer saßen im Lokal und ich schaute
mir meine lb. Mitmenschen an. Dachte nach.
Betrachtete darüber. Mit der Basball-Cap NY
und den roten Turnschuhen. Keiner hätte gedacht.
Dass ich am Abend noch im "Direktorium Spirense" gewühlt hatte,
anstatt in der "FHM" wie damals beim Bund.
In aller Demut sage ich dies.
Danach fuhr ich weiter Richtung SP.
Als ich in die Stadt kam.
Es war schätzungsweise 4 Uhr morgens und der Himmel
wurde schon hell, bog ich am kath. Schwerdtgymnasium
in die Straße ein, fuhr die Allee Richtung
Rückseite des kath. Vinzenziuskrankenhauses.
Der Himmel war vollkommen orientblau,
wie damals in Lourdes zur Nacht
und die Lindenbäume dufteten bereits
köstlichst schwer.
Von Ferne sah ich etwas, von dem ich
erst dachte es sei ein Pappschild,
oder sowas.
Als ich näher kam sah ich, was es war.
Ich dachte, dass ich träume, dass ich Drogen
oder Äther gesoffen habe, schlafe, im Fieber liege.
Aber es war echt und völlig surreal.
Ein junger Bursche ~16/17 mit strohblonden,
lockigen Haaren hielt ein ca. gleichaltriges Mädchen
im Arm. Sie trug ein langes rotes Kleid.
Er streichelte sie vorsichtig und bedächtig über den Kopf,
schaute sie in unendlicher Liebe und Zartheit an.
Auf ihren Kopf hinab. Sie stand auf den Zehenspitzen
und schmiegte sich an ihn.
Es nahnm mir fast die Luft weg.
Ich fuhr mit dem Fahrrad weiter,
hatte wieder Wasser auf den Wangen.
Sowas unendlich Liebes
und zugleich völlig Unschuldiges. Die Blütendüfte dazu.
Die Orientblaue Nacht in der Domstadt. Die heilige Stille.
Es übertraf alles, was ich mir vorstellen kann.
Adam und Eva, alle Folgen "Blaue Lagune",
die 2 Königskinder, Hänsel und Gretel...
Wie in Trance fuhr ich die Maximilianstraße hinauf,
stellte fest dass noch mehr junge Frauen in Kleidern,
Burschen in Anzügen, mit einem Bollerwägelchen und leeren
Bierdosen, anscheindend von einem Abi-Ball o.ä. heimkehrten.
Durchs Altpörtel Richtung Dom fuhr ich. Machte Fotos
vom Dom, von der Nacht, von diesem nächtlichen Wunder,
damit Ihr mir glaubt. Damit Ihr nicht denkt: ich hätte nur
eine zu blühende Fantasie.

Als ich mitten auf der Straße stand,
vor dem Dom und Fotos machte, hörte ich plötzlich
aus einem Hof ein Auto herausfahren.
In meinem Inneren ahnte ich wer´s ist.
*Schluck* Doch ich fotografierte zu Ende,
drehte mich um und blickte auf den dunklen
Hella-Balken. Mein Gott. Nein.
Ich "floh" mit dem Fahrrad aufs Trottoir,
wie in einem Bühnenstück und blickte weg.
Auch wenn ich sie allesamt lieb habe,
in meinem erbärmlichen Herzen trage. Wir wollen uns nun,
nur noch aus der Ferne verbunden sein.
So mild wars. So schön und still.
Ich setzte mich auf die Stufen zum Dom und blickte Richtung
Altpörtel. 1/2 Stunde etwa, dann war ich mit den Gesätzen durch.
Für mich, für den Vicarius, für die Anderen dort,
für meine Brüder und Schwestern dahinter.
Dann fuhr ich heim.
"Allein". Zap das war´s.
Bis bald. Alles Liebe.
Christian.